St. Josef Kirche – Belm

Der Grundstein für diese Kirche, die am 17.12.1966 eingeweiht wurde, wurde im März 1965 gelegt. Vorweggegangen waren zahlreiche politische Entwicklungen. Die damals noch selbstständigen Gemeinden Belm und Powe waren rasant gewachsen, so dass die alte Belmer Pfarrkirche St. Dionysius die vielen Gläubigen nicht mehr fassen konnte. Auch der Zuzug der britischen Rheinarmee, für die in Belm rund 370 Wohnungen geschaffen werden mussten, machte einen Kirchenbau erforderlich.

Aktuell wird diese Kirche zu einem Kolumbarium umgebaut.
Alle Infos zum Umbau finden Sie hier

Blick vom Orgelboden auf den Tabernakel

Um die Gemeinde Powe nicht abzuhängen, wurde anstelle eines Anbaus an die Pfarrkirche an dieser Stelle eine neue Kirche errichtet, die aber seit jeher zur Pfarrei „St. Dionysius“ gehörte. Planung und Bau der Kirche fiel in die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dessen Gedanken und Ideen haben die Architekten Hans Ostermann und Bernt Droste gleich umgesetzt: Das Gebäude sieht aus wie ein Zelt und nimmt so den Gedanken des II. Vatikanums vom „wandernden Volk Gottes“ und dem „Zelt Gottes unter den Menschen“ auf. Die Kirche fasst etwa 500 Besucher und ist – anders als andere Kirchen – nicht geostet, sondern steht in Südwest-Nordost-Richtung. Die Bänke sind um den Altar angeordnet und nehmen ihn quasi in die Mitte. Die veränderte Richtung trägt ebenfalls dem Vatikanischen Konzil Rechnung: Jetzt schaut der Priester ins Volk und somit gen Osten, eben der aufgehenden Sonne, einem Symbol für Jesus, entgegen.

Besonders auffallend in der eher schlichten Kirche ist das Triumphkreuz, geschaffen von Rudolf Brix. Es misst 1,80 Meter auf 1,80 Meter und zeigt auf fünf Bildern Szenen zum Thema „Opfer“. Das Opfer Abrahams, Sokrates mit dem Schierlingsbecher, ein Herzopfer der Inka und das Opfer der Vestalinnen. In der Mitte schließlich Jesus am Kreuz. Somit soll deutlich werden, dass Opferung nicht nur christlich ist, sondern in allen Kulturen vorkommt. Weltliches und christliches Opfer verbindet sich.


Auffallend auch der Altar und der Ambo aus schwedischem Granit. Letzterer steht auf vier Säulen, die die vier Evangelisten und ihre Symbole darstellen: Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) Johannes (Adler). Der Tabernakel deutet oben Flammen an und nimmt dieses biblische Symbol somit auf.

Die Fenster zeigen verschiedene biblische Szenen und Symbole: Brot und Wein, das Opferlamm (mit dem Jesus immer gleichgesetzt wird), die Erscheinung des Engels bei Maria sowie bei Josef und das „Auge Gottes“.

Die Kirche ist tagsüber für Besucher geöffnet. Der Eingang befindet sich auf der anderen Seite des Turms.

Hier können Sie viele Infos rund um die geplante Umgestaltung lesen!

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