Alte St. Alexanderkirche – Wallenhorst

Lieber Besucher,

vermutlich stehen Sie gerade vor dieser Kirche und haben sie verschlossen vorgefunden. Beim Lesen der Infotafel auf dem Kirchplatz sind Sie auf den QR-Code der Aktion „Kirche am Weg“ gestoßen und haben darüber den virtuellen Weg zu dieser Kirche gefunden: Herzlich Willkommen.

Eingangstür zur Alten St. Alexanderkirche

Vielleicht haben Sie ja Lust, eine kleine Gedankenreise mit uns zu unternehmen. Schauen Sie doch mal nach oben auf den Kirchturm und betrachten das Kreuz etwas genauer. Ja, richtig, eine goldene Henne ziert dieses Kreuz und nicht wie sonst häufig üblich ein Hahn. Der Sage nach hat Karl der Große diese Kirche auf einem alten Heidentempel gegründet und ihr eine Henne aufgesetzt, damit diese weitere Kirchen in der Umgebung ausbrüten möge! Karl der Große? Wie alt ist die Kirche denn? So genau ist das nicht bekannt, aber sie könnte schon aus einer Zeit stammen, in der Reiseberichte noch auf Latein geschrieben wurden: in dem Bericht „Translatio sancti Alexandri“ wird die Reliquienübertragung des heiligen St. Alexanders im Jahre 851 beschrieben und Wallenhorst war eine Station auf dieser damals sehr beschwerlichen Reise von Rom nach Wildeshausen.

Goldene Henne auf dem Kirchturm der Alten St. Alexanderkirche

Gehen Sie mit uns doch einmal hinter die Kirche – schlagen wir den Weg links neben dem Haupteingang ein. Sie werden bemerken, dass die den Kirchplatz umfassende Mauer an einer Stelle offen ist, damit die Kirchbesucher aus dem nördlichen Teil des Gemeindegebiets über den Schleptruper Kirchweg Zugang finden konnten und auch heute – wenn sie denn zu Fuß unterwegs sind – immer noch können. (Übrigens eine wundervolle Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang: einfach dem Bohlenweg folgen, an jeder Kreuzung links abbiegen und schon sind Sie nach ca. 600 Metern wieder hier.)

Kreuz auf dem Kirchhof der Alten St. Alexanderkirche

Setzen wir unseren Rundweg im Uhrzeigersinn fort: Entlang der Sakristei bis zum Kreuz, an dem einige Grabsteine aufgestellt sind. Sie dienen als Beleg dafür, dass in früheren Jahren der Kirchplatz auch als Friedhof diente. Sehen Sie sich doch einmal die auf den Grabsteinen zu lesenden Jahreszahlen an – automatisch werden Sie gedanklich weit zurückgesetzt.

Beenden wir unseren Rundweg entlang des Seiteneingangs, dessen Einbau 1766/67 gemeinsam mit dem Einsetzen der großen Fenster in die Südwand erfolgte. Nun stehen wir wieder vor dem Haupteingang und Sie fragen sich vielleicht: Warum ist hier eigentlich so wenig los? Diese Kirche war jahrhundertelang der Mittelpunkt der katholischen Gemeinde – bis zum Bau der „Neuen“ St. Alexander Kirche im Jahre 1881 quasi in Sichtweite (wenn zurzeit nicht einige Häuser und ein Lärmschutzwall zwischen den Kirchen stehen würden). Danach verfiel die Alte Kirche immer mehr. Erst umfangreiche Baumaßnahmen haben sie wieder „gottesdienst-tauglich“ gemacht. Für den weiteren Erhalt sorgt sich nicht zuletzt der „Verein der Freunde und Förderer der Alten Kirche“. Zur aktuellen Ausstattung im Inneren der Kirche können Sie sich übrigens auf unserer Website ein Bild machen.

Setzen wir unsere Gedankenreise doch fort: Stellen Sie sich vor, Sie wären an einem Samstagnachmittag im Sommer an dieser Stelle. Sie können quasi das fröhliche Geschnatter einer Hochzeitsgesellschaft hören, die sich nach einem Traugottesdienst auf dem Vorplatz zusammen mit dem Brautpaar freut.

Vielleicht vernehmen Sie neben den fröhlichen Gesprächen noch den Duft von Kaffee und Kuchen oder Gegrilltem? Dann sind Sie wahrscheinlich gerade hier, wenn die Pfadfinder ihren Pfadfindertag ausrichten: mit Zelten, Buden, Bänken und Tischen auf dem Kirchplatz, wo nach der eröffnenden Andacht zusammen mit der Gemeinde fröhlich gefeiert wird.

Kerzenleuchter in der Alten St. Alexanderkirche Wallenhorst

Die mit Muskelkraft zum Schwingen gebrachten Kirchglocken haben Sie durch ihr Geläut möglicherweise aber auch zu einer Andacht oder gar zur Christmette geführt: In den späten Abendstunden des Heiligen Abends finden sich seit Jahrzehnten die Gläubigen in der Alten Kirche ein – viele schon lange vor Beginn der eigentlichen Messfeier. Manche kommen so früh, damit sie die wundervolle Atmosphäre dieses Abends in der durch Kerzenlicht erleuchteten Alten Kirche in sich aufnehmen können, manche aber auch, um noch einen Sitzplatz zu ergattern. Spätestens wenn die versammelte Gemeinde im Abschlusslied voller Inbrunst „Stille Nacht, Heilige Nacht“ anstimmt, kann man sich der einzigartigen Stimmung dieses Gotteshauses nicht mehr entziehen. Wenn dann auch noch die Schneeflocken vom Himmel fallen…

Es ist also nicht immer ruhig hier an und in der Alten St. Alexanderkirche. Sie war, ist und wird es sicherlich noch lange sein: ein wichtiger Bestandteil der Pfarreiengemeinschaft Wallenhorst.

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