St. Michael – Papenburg

Wie im dichten Nebel verschwunden, nichts war mehr zu erkennen. So kann die Tatsache vielleicht umschrieben werden, dass bis zur Freilegung in den 90er Jahren die tolle Deckenbemalung in der Kirche unter einer dicken Schicht grauer Farbe verschwunden war.

Schon beim Eintritt fällt diese aufwändige Deckenmalerei ins Auge. Sie besteht aus einer Vierungsdecke mit Christus als Weltenherrscher (Pantokrator) in der Mitte. Um ihn sind die 30 Sternbilder verteilt, die den Bezug der Gemeinde zur Schifferstadt Papenburg verdeutlichen.

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Gerd Lamers fertigte diese Christus-Darstellung an. In dieser Malschule war es üblich charakterlich und individuelle Züge einzubinden.

Das Himmelszelt ist eine sehr klassische Bemalung von Kirchendecken. Anders als im Barock üblich ist in dieser Darstellung mit den Sternbildern alles genau geordnet. Sehr passend scheint an dieser Stelle dieser Bibelvers: „Du aber hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet.“ (Weisheit 11,20).

Hier nun mit Sternbildern – für die Seefahrer überlebenswichtig, sie dienen als Orientierung auf hoher See. Uns heute bieten sie in dieser Darstellung durch die klaren Linien Schutz und Sicherheit. Nicht die unendliche Weite ist abgebildet – vielmehr Orientierungspunkte, die unser Suchen im Leben in geregelte Bahnen lenken wollen.

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Rundbogen mit der Inschrift „Sanct Michael ora pro nobis“ – Heiliger Michael, bitte für uns!

Das Motiv der Seefahrt spiegelt sich in vielen Gegenständen innerhalb der Kirche wider. So ist auch das Ewige Licht eingebettet in eine Schiffsnachbildung. Das erste Schiff, eine Spende der Papenburger Seefahrer, insbesondere der Kapitäne vom Obenende, wurde eines nachts 1980 geklaut. Größer als der finanzielle Verlust von 20.000 DM, war aber der Verlust des ideellen Wertes.

Den Menschen vor Ort wurde klar: Es sollte ein neues Schiff für das Ewige Licht geben. Durch eine mehr als großzügige Spende vom Binnenschiffverein konnte am 3. Oktober 1981 ein neues Schiff eingeweiht werden.

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Auch der Taufbrunnen steht in einer besonderen Verbindung zur Seefahrt. Dieser wurde von Papenburgern, die nach New York ausgewandert sind, gestiftet. Am Fuß des Beckens befindet sich daher auch eine Notiz: „G. w. Papenburger Amerikaner“.

Der Taufbrunnen wurde vom Bildhauer Heinrich Balthasar Seling gestaltet.

Der Hochaltar, ebenfalls von Seling gestaltet, zeigt viele biblische Darstellungen. Eine Besonderheit: Das Kreuzrelikt lässt sich drehen, sodass ein Podest mit einem roten Hintergrund sichtbar wird. Darauf kann die Monstranz ausgesetzt werden.

Hochaltar mit seinen vielfältigen Darstellungen
Hochaltar mit seinen vielfältigen Darstellungen
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Die Mandorla wird gehalten von vier Engeln

Die im Jahr 1784 als Filialkirche von St. Antonius erbaute Kirche musste wegen steigender Besucherzahlen einem deutlich größeren Neubau im Jahr 1909 weichen. Die Einweihung war schließlich 1911.

Der Turm vor der Kirche ist eine Nachbildung des Leuchtturms von Riga. Er wurde 1848 gebaut und ist für das Obenende ein Wahrzeichen. Seine Geschichte klingt vielleicht kurios aber im Jahr 1860 sollen Papenburger Segler im Hafen von Riga gelegen haben. Ihnen gefiel der Turm so gut, dass sie ihn in Papenburg detailgetreu nachbauen ließen.  Der Turm in Papenburg dient als Gedenkstätte der Toten und Vermissten des I. und II. Weltkrieges, der Turm in Riga existiert nicht mehr.