St. Pius Kirche – Osnabrück

 Hier passen Bau und Pastoral zusammen

Als die Kirche St. Pius im Jahr 1958 gebaut wird, ist der „Kalkhügel“ in Osnabrück ein aufstrebender Stadtteil. Junge Familien ziehen gerade in die Einfamilien-Reihenhäuser der neu ausgewiesenen Baugebiete. Außerdem gibt es nebenan die große General-Martini-Kaserne, die eine katholische Standortkirche sucht – und so wird die Kirche gebaut. Eine große Kirche, über 400 Plätze. Überdimensioniert. Aber der Bund zahlt mit und so wird es groß. 1959 wird die Kirche geweiht. Benannt wird sie nach Papst Pius X. 1954 war das Oberhaupt heiliggesprochen worden. Er steht gerade hoch im Kurs als Patron für neue Kirchen.

50 Jahre später sind die jungen Familien von damals älter geworden. Die Kirche ist mittlerweile zu groß, dafür der Kindergarten zu klein. Das Gelände der General-Martine-Kaserne wurde zum Neubaugebiet und in die alten Einfamilienhäuser ziehen junge Familien mit Kindern.
In der Gemeinde wird umgebaut. 2009 wird das alte Gemeindehaus neben der Kirche zur Kindertagesstätte St. Pius und die Gemeinderäume kommen in die Kirche.
Leitendes Prinzip des Umbaus der Kirche: „So viel wie möglich erhalten!“ Der Aufbau der Kirche bleibt, wie er war. Die Altarwand bleibt Altarwand mit dem großen Altarbild mit dem Motiv von Christus auf der Weltkugel, umgeben von einer großen Sonne.

St. Pius Osnabrück

Was sich vor allem ändert: Alles wird kleiner, denn der alte Kirchbau ist quasi halbiert: Der vordere Teil zur Altarwand hin bleibt Kirche – nur halb so lang und durch neu eingezogene aufschiebbare Zwischenwände auch halb so breit. „Im „Normalformat“ hat St. Pius nun rund 80 Plätze. Die Fenster lassen den Blick frei in den Garten! Natur und Schöpfung ist ganz nah. Die Beziehung in die Welt wird deutlich.

In die hintere Hälfte der Kirche kommt das neue Gemeindehaus. Nun gibt es einen gemeinsamen, untypischen Eingang für Kirche und Gemeindesaal. Gottesdienst und Gemeindeleben verbinden sich. Überall lassen die Fensterelemente Licht und jeden Blick der Besucher hinein.
Im neuen Pfarrsaal ist die frühere halbrunde Taufkapelle aus bunten Glassteinen der Blickfang.

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Die „alte Orgelbühne“ der Kirche ist zur großen Jugendetage geworden. „Wir haben den frömmsten Jugendraum des Bistums“, meint der Pfarrer der Gemeinde. Mag sein, aber auch den schönsten. Fromm, weil der Blickfang des Hauptraums das Kirchenfenster auf der früheren Rückwand ist: ein farbenprächtiges Mosaik des heiligen Pius, welches auch von der Straße aus zu sehen ist.

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