1947: Die Nachtwallfahrt am Gründonnerstag bzw. Karfreitag

Diese Wallfahrt hat ihren Ursprung in einer Sühnewallfahrt für die Opfer des II. Weltkrieges. Sie wurde 1947 von der Nordhorner Kolpingfamilie ins Leben gerufen. Wilhelm Stolte gehörte zum Kreis derer, die diese Idee verwirklichten. Die Sühnewallfahrt sollte für unsere Väter sein, die als vermisst galten, im Krieg gefallen waren oder sich noch in Kriegsgefangenschaft befanden.

Männer auf dem Weg von Nordhorn nach Wietmarschen bei einer Nachtwallfahrt Anfang bis Mitte der 1950er Jahre
Foto: privat

An der Nachtwallfahrt nahmen in den ersten Jahren 30 bis 40, später bis zu 100 Pilger teil, darunter auch viele Jugendliche. Bis zum II. Vatikanischen Konzil fand die Wallfahrt ursprünglich am Gründonnerstag statt, wurde dann auf den Karfreitag verlegt. Man ging beide Wege zu Fuß, immerhin 25 Kilometer.

Männer auf dem Weg von Nordhorn nach Wietmarschen bei einer Nachtwallfahrt Anfang bis Mitte der 1950er Jahre
Foto: privat

Um 23:00 Uhr fand in der Wallfahrtskirche eine Andacht statt, die mit einer Kollekte für das Grenzdurchgangslager Friedland endete. Friedland war für die Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft das Tor zur Freiheit.

Es folgt:
1975: Karfreitagswallfahrt der Kolpingfamilien