Marienkapelle – Ostercappeln

Die Marienkapelle, vor der Sie stehen, ist untrennbar mit dem Kreuzweg verbunden. Auf der Rückseite dieser Kapelle befindet sich auch die letzte Station des Kreuzweges.

Gleichzeitig hat dieser Ort noch eine viel größere Tradition:

Das Waldgebiet nördlich des Dorfes Ostercappeln – eben der Platz wo Sie jetzt stehen – war im 19. Jahrhundert noch dünn besiedelt. Es
gab dort nur zwei kleine bäuerliche Anwesen.
Ein Kirchweg führte von Schwagstorf nach Ostercappeln über den Berg, vorbei an der so genannten „Ölberggrotte“, die etwa um 1750 errichtet worden war. Aus alten Pfarr-Urkunden geht hervor, dass sie im Jahr 1848 mit einem Kostenaufwand von fünfzehn Reichstalern grundlegend renoviert wurde. Diese Grotte finden Sie, wenn Sie dem Kreuzweg in umgekehrter Reihe folgen. Dann liegt sie auf der rechten Seite.

Ebenfalls um 1848 herum kam der Lehrer und Küster Wilhelm Lübbers nach Ostercappeln. Er hatte die Idee, anlässlich der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens am 8. Dezember 1854 auf dem Berg, dem heutigen Kapellenberg, eine Marienkapelle erbauen zu lassen.
Außerdem regte er gleichzeitig die Errichtung eines Kreuzweges an. So sollte dieser schöne und stile Ort „auf dem Berg“ noch mehr zu einer Stätte religiöser Erbauung werden.

Mit viel Unternehmungsgeist bemühte er sich, die Mitbürger für seine großen Pläne zu gewinnen, denn die Verwirklichung sollte die gewaltige Summe von 1.731 Talern kosten. Die damalige Lehrerin Katharina Diekmann kannte einen Baumeister aus der Dombauhütte Köln, einen Herrn Scherf. Dieser muss unter Dombaumeister Zwirner (bis 1861), und seinem Stellvertreter und späteren Nachfolger Voigtel in Köln gearbeitet haben. Diesen Herrn Scherf bat sie mit Erfolg um den Entwurf der Baupläne für die Kapelle und die Kreuzwegstationen.

Die Einweihung der Kapelle und des Kreuzwegs erfolgte am 29.06.1856.

Eine besondere Geschichte verbirgt sich hinter der Glocke der Marienkapelle. Sie wurde am 5. August 1857 von der St. Paulus Gymnasialkirche des Carolinums zu Osnabrück, der heute unter dem Namen bekannten „Kleine Kirche“ (links neben dem Dom in Osnabrück) , zum Preis von 18 Talern gekauft. Die 50 kg schwere Glocke trägt keine Inschrift, aber die Jahreszahl des Gusses: 1758.
Weil Familie Seling, die einen Getreidehandel in Herringhausen betrieb, die Glocke bezahlte wurde urkundlich festgelegt, dass die Glocke jeden Abend im Mai zehn Minuten lang zu Ehren der Mutter Gottes und bei der Beerdigung eines Mitgliedes der Familie Seling läuten sollte. So geschieht es bis zum heutigen Tag. Auch in Corona-Zeiten. Und so geschah es auch als Elisabeth Seling, Tochter der Stifter, am 11. August 1976 in Berlin-Charlottenburg im Alter von 88 Jahren verstorben war.

1958 wurde der Wegeverlauf des Kreuzweges und die Anordnung der Stationen neu angelegt. Der Ostercappelner Mariengilde gilt ein besonderer Dank für die regelmäßige sorgsame und vorbildliche Pflege des Kreuzweges und insbesondere der Instandhaltung der Stationen.

Auch in unseren Tagen erfreut sich das Gehen, Beten und Betrachten dieses eindrucksvollen Kreuzweges einer großen Beliebtheit und Wertschätzung. Wenn wir Jesus auf seinem Kreuzweg nach Golgata begleiten, dürfen wir uns von der Hoffnung getragen wissen, dass auch er unsere Kreuz- und Querwege, wie auch immer sie verlaufen werden, ebenso mitbegleiten wird. Nehmen Sie sich gern ein Kreuzweg-Heft zur Hand und beten Sie den Kreuzweg. Wenn Sie mögen finden sie hier

die Stationen zum Hören

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