Wärmestube – Osnabrück

„Zu uns kann jeder kommen. Niemand muss seinen Ausweis vorzeigen und keiner wird gefragt, ob er wirklich hilfsbedürftig ist“, sagt Diakon Joachim Meyer, Leiter der Wärmestube in Osnabrück.

100 – 150 Gäste kommen täglich in die Wärmstube. Menschen ohne Wohnung. Ohne Geld. Menschen mit zu kleiner Rente. Suchtkranke oder Menschen mit psychischen Erkrankungen. Geöffnet ist die Hilfsstelle täglich von 7 Uhr bis zum späten Nachmittag. Ruhetage gibt es nicht. Es gibt kostenlos Frühstück und Mittagessen, die Gäste können Sanitär-, Ruhe- und Aufenthaltsräume nutzen, sich neu einkleiden oder ihre Sachen waschen lassen. Zum Monatsende, wenn den Gästen das Geld ausgeht, steigt die Zahl der Besucher.

Die Hilfsstelle besteht als reiner Spenden- und Freiwilligenbetrieb. Es kommen jeden Tag ehrenamtliche Helfer, die etwa das Mittagessen kochen, Speisen servieren oder in der Kleiderkammer helfen. Einzelhändler, Großhändler und Lebensmittelhersteller stellen kostenlos Waren zur Verfügung, die nicht mehr verkauft werden können. Aber die Menge der Spendenware geht zurück, in den Betrieben wird immer enger kalkuliert.

Eröffnet wurde die Wärmestube 1981 von dem Franziskaner Bruder Otger in einem Kellerraum des Klosters, das von 1979 bis 2004 in dem Gebäude an der Bramscher Straße bestand. Zunächst wurden nur warme Essen an die „Brüder von der Straße“ ausgegeben. Bereits im zweiten Jahr wurde eine Töpferwerkstatt eingerichtet, um den Wohnungslosen Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten und der Hilfsstelle durch den Verkauf der Erzeugnisse eine Einnahmequelle zu erschließen. Bald darauf erweiterte der Gründer die Hilfsstelle um Sanitäranlagen, Aufenthaltsräume und eine Kleiderkammer. Schließlich richtete er sie auch für wohnungslose Frauen ein. In dieser Form besteht die Wärmestube bis heute. Der Gründer leitete die Wärmestube bis zu seinem Tod im Jahr 1998. Als das Franziskanerkloster im Jahr 2004 aufgelöst wurde und ein Studentenwohnheim in dem Gebäude eingerichtet wurde, erhielt die Wärmestube weitere Räume hinzu. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Einrichtung der Praxis „Zahn um Zahn“ des Caritasverbandes, in der Wohnungslose kostenlos zahnärztlich versorgt werden.