Heede – Königin der armen Seelen

Diese Kapelle wurde in den ersten Jahren nach den Erscheinungen gebaut, damit die Pilger besser vor Regen und Wind geschützt sind. Die Kerzen brennen dort auch bei widrigem Wetter. Links und rechts befinden sich Gräber, vor allem von ehemaligen Seelsorgern in Heede.

Die Kinder berichteten: Die Muttergottes habe sich ihnen zweimal mit gefalteten Händen ohne das Jesuskind gezeigt; und zwar an Allerseelen 1937 und Gründonnerstag 1938. Das ist wohl als eine mütterliche Aufforderung zu deuten, mit ihr für die „Armen Seelen“ in der Läuterung, dem sog. „Fegefeuer“, und für die noch auf Erden lebenden „armen Seelen“ zu beten, die der Barmherzigkeit Gottes besonders bedürfen.

Diese Kapelle ist in der Nacht vom 14. auf den 15. März 1999 komplett samt der Statue abgebrannt. Kurze Zeit später spendete eine Frau für den Wiederaufbau 50 – 60.000 DM. Sie hatte dieses Geld über viele Jahre angespart. Als sie von dem Brand erfuhr, fühlte sie sich innerlich aufgefordert, dieses Geld der Gebetsstätte zu schenken.

Die Statue für die neue Kapelle schnitzte Hugo Gerdelmann aus Altenberge.

Die Fenster zeigen Symbole von Osterkerzen. Auf der rechten Seite werden die Armseligkeiten des Menschen anhand der Leidensgeschichte Jesu dargestellt: der Verrat des Judas, die schlafenden Jünger am Ölberg und die Verleugnung des Petrus.

Die Fenster auf der linken Seite zeigen dagegen die Antwort Gottes, seine Barmherzigkeit: Christus stirbt für uns wie ein Weizenkorn, das in die Erde fällt. Er lässt sein Herz durchbohren, so dass sieben Ströme lebendigen Wassers auf die Welt fließen, die symbolisch für die sieben Sakramente stehen. Durch die Sakramente erhalten wir Anteil am göttlichen Leben Gottes.

Der Auferstandene im dritten Fenster hält die Welt in seiner Hand. Er möchte allen Menschen das ewige Leben und die ewige Gemeinschaft mit ihm schenken.

Die kleinen runden Fenster neben der Statue zeigen links ein Symbol für die Königin des Weltalls, rechts das Symbol für die Königin der Armen Seelen.

Der Eselstall
Am linken Übergang zum neuen Friedhof befindet sich ein kleiner Raum, in dem ein Esel aus Holz aufgestellt ist. Ein Anziehungspunkt für kleine Kinder! Ein Esel war zur Zeit Jesu Haustier der einfachen Leute im Heiligen Land, so auch wohl der Heiligen Familie; Maria soll auf einem Esel bei der Reise von Nazareth nach Bethlehem gesessen haben und ebenso bei der Flucht nach Ägypten.

Auf einem Esel ist Jesus in Jerusalem eingezogen. Der Prophet Jesaja hält Israel seine Untreue mit den Worten vor: „Der Esel kennt die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht“ (Jes 1,3).

St. Antonius
In der Krypta der Kapelle der „Königin der Armen Seelen“ ist eine Statue dieses Heiligen aufgestellt. Sie stammt wahrscheinlich aus einer Kirche in Frankreich. St. Antonius von Padua ist ein Lieblingsheiliger des gläubigen Volkes. Die Menschen tragen ihm die Sorgen des Alltags vor. Ihr Vertrauen wird oft in auffallender Weise belohnt. Die Kerzen, die eine „Etage höher“  zu Ehren Mariens brennen, gelten z. T. auch dem hl. Antonius als Bitte oder Dank.

In der Nische gegenüber liegt vor einer Muttergottesstatue ein Buch, in das viele Menschen ihre Anliegen in persönlichen Nöten und in den Anliegen der Kirche und der Welt eintragen, ebenso auch ihren Dank.

Kreuz für die Kreuztracht
Dieses Kreuz stand beim Bau der Marienkirche an der Stelle, an der der zukünftige Altar stehen sollte als Bitte um einen guten Verlauf der Bauarbeiten. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde es unter der Kapelle der „Königin der Armen Seelen“ aufbewahrt.

Die Menschen holten dann aus Eigeninitiative dieses Kreuz und trugen es, wie es in Lage-Rieste üblich ist, in besonderen Gebetsanliegen um den Friedhof. Später wurde ein Korpus für das Kreuz gestiftet und dann draußen an der Antoniuskapelle befestigt. Der Künstler des Kreuzes, Heinrich Wilken, kommt aus Lorup; er hatte sich in der Kriegsgefangenschaft das Schnitzen angeeignet. Mittlerweile nutzen viele Gruppen aus der näheren Umgebung dieses Angebot, in dieser Form für Schwerkranke zu beten.