St. Franziskus – Osnabrück

Beton, Klinker, Würfelformen: Die Kirche St. Franziskus mag gemocht, geliebt oder verachtet sein – wie viele moderne Kirchen. Doch das jüngste Gotteshaus ist sicher das interessanteste von den drei Kirchen der heute größeren katholischen Pfarrgemeinde Christus König, zu der außerdem Christus König  in Haste sowie Heilig Geist auf dem Sonnenhügel gehören. Entworfen wurde St. Franziskus von dem bekannten Architekten Rudolf Schwarz (1897–1961), dessen Frau Maria das Werk ihres Mannes nach seinem Tod fortführte. Am 22. August 1965 wurde die Kirche geweiht.

„Um das heilige Mahl des Herrn zu feiern“, schrieb Rudolf Schwarz, „braucht man einen nicht allzu großen Raum, in seiner Mitte einen Tisch und darauf eine Schüssel mit Brot und einen Kelch mit Wein. Den Tisch kann man mit Kerzen schmücken und mit Sitzen für die Gemeinde umgeben. Das ist alles, Tisch, Raum und Wände bilden eine einfachste Kirche.“  Kahle Wände, leere Räume, weil eben Gott verborgen ist und nicht darstellbar. Manchen ist das zu wenig, andere sind froh, alte Schnörkel und Bögen los zu sein.

Da es in dem neu erbauten Stadtteil Dodesheide bereits Hochhäuser gab, soll die neue Kirche nicht mit einem noch höheren Turm dagegen konkurrieren.
Statt dessen liegt die Kirche wie ein altes Kloster oder ein Gehöft hineingeschmiegt inmitten der Siedlung, umschlossen von Schule, Jugend- und Seniorenheim sowie Kindergarten. Gebaut ist die Kirche als Bild einer ‚heiligen Stadt‘, von der im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, die Rede ist. Diese Stadt ist in drei Bezirke gegliedert:
1. Den Altarraum, erhöht weniger durch Stufen als durch ein Lichthaus, das sich über ihm in die Höhe wölbt.
2. Die Taufkapelle unter dem Turm ist der zweite Bezirk, wo wir nicht nur Taufen, sondern auch andere Gottesdienst mit kleinerer Zahl feiern.
3. Die „Marienkapelle“ als dritter Bezirk mit kleinem Altar, Marienstatue an der Seitenwand und dem Emaillekreuz darüber und fünf Symbolfiguren aus dem Buch der Offenbarung: Mensch, Löwe, Adler, Stier, die traditionell für die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Johannes und Lukas stehen. In der Mitte das Lamm, das den Opfertod des unschuldigen Jesus Christus deutet,

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Um den „Tisch des Herrn“ ist T-förmig die Gemeinde angeordnet. An der Stirnseite hängt das „Franziskus-“ oder San-Damiano-Kreuz. Das ursprüngliche Kreuz mit Szenen zur Auferstehung und Himmelfahrt Jesu aus dem 11. Jahrhundert, hing in San Damiano bei Assisi und inspirierte den hl. Franziskus, in welche Richtung sein Leben gehen sollte: Die Kirche Jesu Christi neu aufzubauen, indem er sich den Armen zuwendete.

In ähnlichem Sinne schrieb Rudolf Schwarz über moderne Kirchen wie diese: „Wir müssen neu anfangen und unser neuer Anfang muss wahrhaftig sein. Verlässlich ist uns heute die kleine Gemeinde, das ‚Zusammensein der zwei oder drei‘ … und der Herr mitten unter den Menschen.“

In dieser Kirche feiern wir Gottesdienst samstags um 17 Uhr, sonntags um 18 Uhr und donnerstags um 8:30 Uhr.