Johannes-Prassek-Weg – Osnabrück

Der Johannes-Prassek-Weg ist Teil einer alten Verbindungsstraße aus dem ehemals eigenständigen Ort Haste in das Zentrum der Stadt Osnabrück. Er verbindet als Fuß- und Radweg heute die Bramstraße mit der Vehrter Landstraße und führt am Nettebad vorbei.

Johannes Prassek gehört zu den „Lübecker Märtyrern“, der zusammen mit den katholischen Geistlichen Hermann Lange und Eduard Müller sowie dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink während der Zeit des Nationalsozialismus wegen Vorbereitung zum Hochverrat, Rundfunkverbrechen, Zersetzung der Wehrkraft und landesverräterischer Feindbegünstigung zum Tode verurteilt und am 10.11.1943 enthauptet wurde.

Der in Hamburg in bescheidenen Verhältnissen geborene Theologiestudent Johannes Prassek freundete sich während seines Studiums in den 1930er Jahren mit dem Mitstudenten Adolf Grothaus aus Haste bei Osnabrück an. Prassek war oft bei Familie Grothaus zu Besuch, es war seine zweite Heimat, und so kam es, dass er in der 1934 neu erbauten Christus-König-Kirche 1937 seine erste Heilige Messe als Neupriester, die Primiz feierte.

Johannes Prassek und Adolf Grothaus bereiteten sich gemeinsam auf die Priesterweihe vor.  Angesichts seines schwierigen Elternhauses verbrachte Prassek, dessen Studium zum großen Teil von privaten Gönnern finanziert wurde, bereits als Student viel Zeit auf dem Hof Grothaus in Haste. Er galt den Geschwistern von Adolf  als „fünfter Bruder“. Nach der Primiz in der Haster Kirche wurde im Hause Grothaus gefeiert. „Froh und fromm, sehr sportlich und agil“, beschreibt die Schwester von Adolf Grothaus Kornelia Böhne den jungen Geistlichen.

Der Osnabrücker Stadtrat hat 2011 auf Antrag des „Arbeitskreises Johannes Prassek“, den Insterburger Weg in unmittelbarer Nachbarschaft des Hofes Grothaus und der Christus König Kirche in „Johannes-Prassek-Weg“ umbenannt.

Bei der Umbenennungszeremonie am Tag nach dem 100. Geburtstag Johannes Prasseks, am 14. August 2011, sprach Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler von Kaplan Prassek als einem, „der damals den Mut gehabt hat, die Wahrheit zu sagen und der Stimme seines Gewissens zu folgen“.

Die katholische Kirchengemeinde Christus König in Osnabrück-Haste hat ihrem 2005 eingeweihten Pfarrheim den Namen Johannes-Prassek-Haus gegeben. Der zeitgleich gegründete Arbeitskreis Johannes Prassek hat sich zur Aufgabe gemacht, dieser Namenswahl nachhaltige Impulse zu verleihen. Seine Schwerpunkte sieht er zum einen darin, die Erinnerung an das Leben und Wirken Johannes Prasseks wach zu halten und Impulse zu setzen für ein aus dem Glauben motiviertes Eintreten für die Würde des Menschen, die ökumenische Offenheit und die Sensibilisierung der nachwachsenden Generation.