Heede – Hauptgebetsstätte

Die Ereignisse ab dem Allerheiligenfest, 01. November 1937
Wir schreiben das Jahr 1937:
In der alten Pfarrkirche „St. Petrus in Ketten“ beten Pfarrangehörige, um bei jedem Kirchenbesuch den

Allerseelenablass zu gewinnen. Auch Kinder sind dabei.  Als sie zwischendurch hinausgehen, sehen vier Kinder in 30 Meter Entfernung auf dem Friedhof zwischen zwei Lebensbäumen eine überaus schöne Mutter mit einem Kind auf dem linken Arm. Die schöne Frau hat eine goldene Krone auf ihrem Kopf. Das Kind hält eine goldene Kugel mit einem Kreuz darauf in der rechten Hand.
Die Mutter legt ihre rechte Hand auf die Kugel. So berichteten die vier Kinder. Es waren Grete Ganseforth, ihre Schwester Maria, Anni Schulte und Susi Bruns. Sie waren zwischen 11 und 13 Jahre alt.
Die vier Kinder waren sich bald dessen bewusst, dass es sich bei dieser Erscheinung um die Muttergottes und das Jesuskind handelte.

In ähnlicher Weise sahen die Kinder die Muttergottes jeden Abend bis zum 13. November.

Am 14. November, einem Sonntag, wurden die Kinder von den damals herrschenden Nationalsozialisten in ein psychiatrisches Krankenhaus nach Göttingen gebracht und dort wochenlang verhört und untersucht. Sie erwiesen sich jedoch „als geistig ganz bewegliche lebendige Kinder von natürlicher Art“, wie es im Gutachten des Leiters der Klinik heißt. Trotz massiver Drohungen und Bestrafungen waren die Kinder nicht von ihrem festen Glauben an die Echtheit der Erscheinungen abzubringen. Am 23. Dezember 1937 wurden sie entlassen.

Ab Februar 1938 erfolgten wieder Erscheinungen bis zum 03. November 1940. Die Kinder berichteten von insgesamt 105 Erscheinungen.

Trotz der vielen Erscheinungen hat Maria nur wenig gesagt. Am 05. April 1939 fragte Maria Ganseforth sie u. a.: „Mutter, als was möchtest du verehrt werden“ und erhielt zur Antwort: „Als Königin des Weltalls und der Armen Seelen“.

„In welchem Gebet willst du verehrt werden?“ Erwiderung: „In der Lauretanischen Litanei.“

Theologische Bedeutung der Darstellung der Königin des Weltalls

Jesus auf dem Arm seiner Mutter
Jesus sitzt aufrecht. Er wird von Maria nicht gehalten wie ein Kind von ein bis zwei Jahren. Er schaut ernst aus wie ein Erwachsener. Er ist der Herr. Er thront wie eine selbstständige Person auf dem linken Arm seiner Mutter. Maria ist für ihn der Thron, der Sitz der Weisheit (vgl. Lauretanische Litanei).
Die goldene Kugel gehört ihm. Er hält sie fest am Herzen Mariens mit seiner rechten Hand und berührt sie auch mit seiner linken. Die rechte Hand bedeutet die schützende Hand, die Hand, die Segen austeilt; sie bedeutet Gnade.

Die goldene Kugel
Die Kugel in Christi Hand ist golden dargestellt. Sie symbolisiert die Erdkugel, aber darüber hinaus das gesamte Weltall, die ganze Schöpfung. Jesus Christus hat sie erlöst – das Kreuz, das zwischen Mittel- und Ringfinger der Muttergottes emporragt, weist darauf hin. Das Kreuz als Zeichen unserer Erlösung zeigt, dass die Welt einzig erlöst ist durch die Ströme des Erbarmens, die in Blut und Wasser (vgl. Joh 19,34) aus dem Herzen des Erlösers fließen.

Aber warum erscheint das Symbol für die Welt in goldener Farbe? Vieles auf Erden ist doch dunkel, schmerzhaft und traurig. Der Apostel Paulus sagt, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt (Röm 8,22). Diese Geburtswehen jedoch bringen letztlich junges, frisches Leben hervor, das goldene Weltall, den neuen Himmel und die neue Erde (vgl. Offb 21,1). In ihr herrschen Gerechtigkeit und Liebe. Somit ist diese Statue auch ein endzeitliches Bild. Sie weist auf den wiederkommenden Herrn Jesus Christus hin. Er will uns Menschen durch Maria, seine Mutter, für diese Endzeit bereiten und ihr entgegenführen.

Darum ist „Heede“ ein Ort zur Bekehrung der Sünder, ein Ort, an dem jeder Mensch der barmherzigen Liebe Gottes begegnen kann. Diese Liebe heilt und erneuert jeden, der mit offenem Herzen kommt, sie schenkt Glauben, Hoffnung und Liebe. Jeder Gläubige, der die Gnadenstätte aufsucht, kann durch die Gnade Jesu, die er uns durch Maria vermittelt, als ein „neuer“ Mensch wieder fortgehen. Dazu trägt auch der Marienpark bei.

Maria, Mutter und Königin
Maria ist der neue Mensch, wie ihn Gott von Ewigkeit her gedacht hat. Deshalb ist sie, wie Jesus auf ihrem Arm, ganz in Weiß gekleidet. Sie ist die Makellose, die Immaculata, die „Schönste von allen“. Sündenreinheit besteht aber in der reinen Liebe zu Gott, der die Liebe ist, und in der Liebe um Gottes willen zu allen Menschen. Darum wird Maria von der Christenheit als „Die Mutter der schönen Liebe“ (vgl. Sir 24,18) verehrt.

In der Hand Christi –unter der Hand Mariens
Mariens rechte Hand liegt schützend und segnend auf der Weltkugel, die in der Hand Christi ruht. Die Welt und besonders alle Menschen sind ihrer mütterlichen Zartheit anvertraut. Durch sie will der Vater im Himmel die Menschen und das Weltall zur Vollendung führen. Die segnende Hand Mariens vermittelt der Welt die Ströme der Liebe, die der Erlöser der Welt schenken will.
Maria vermittelt uns Menschen jede Gnade, die Gott schenken will. Jeder ist eingeladen, sich mit seinen Sorgen, Freuden und Nöten, mit seinem ganzen Leben unter der Hand Mariens zu bergen, um von ihr im Glauben zu Christus geführt zu werden. Die Vollmacht dazu deutet die Krone auf ihrem Haupte an.

Weitere Ausführungen zur Statue „Königin des Weltalls“ finden Sie im Heft „Was uns die Königin des Weltalls sagt“ im Schriftenstand der Marienkirche.

 Gebet zur Königin des Weltalls:

 Liebe Muttergottes!
Dein Sohn, unser Erlöser Jesus Christus, hat dich auch uns zur Mutter gegeben. Wir danken ihm dafür; und wir danken dir, dass du uns als Geschenk seines Herzens angenommen hast. Er hat dich zur Königin des Weltalls und der Armen Seelen erhoben.
Nun hältst du deine Hand wie eine Mutter über die ganze Welt, über alle Menschen auf Erden und über die Armen Seelen.
Um deine Berufung zu erfüllen, suchst du Menschen, die dir vertrauen und sich dir ganz zur Verfügung stellen.
So kommen wir zu dir und weihen uns dir mit Leib und Seele, mit unserem Leben und Leiden.
Lass uns durch dich und in dir Diener und Dienerinnen des Heiligsten Herzens Jesu werden zum Heil der Welt und zur Ehre des Vaters im Himmel. Amen.

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