Anfänge des Marienstifts

Handelt es sich beim St. Marienstift um eine Stiftung? Und wie kam es zu dieser Gründung?

Ja, das St. Marienstift wurde vor 125 Jahren auf dem Anwesen des Stifterehepaares Bernhard und Anna Maria Krimpenforth errichtet.
Herr Krimpenforth war Sensenschmied und dort, wo jetzt das oben gezeigte Sandsteinkreuz steht, stand seine Schmiede. Neben der Schmiede führte er eine ansehnliche Landwirtschaft mit Ländereien. Jedoch blieb die Ehe dieses wohlhabenden und zudem frommen Ehepaares kinderlos.

Am 2. Juli 1888, nachmittags gegen fünf Uhr, hatte Frau Krimpenforth etwas gesehen, was sie eine Lichterscheinung nannte. Wie sehr sie davon beeindruckt war, wurde deutlich, wie sie das Gesehene ihrem Mann erzählte. Sie fügte nämlich hinzu: „Sollte der liebe Gott wohl von uns verlangen, hier ein Kloster, vielleicht ein Waisenhaus bauen zu lassen?“

Der Gedanke, auf ihrem Anwesen ein Waisenhaus errichten zu lassen, fasste immer tiefere Wurzeln. Das Stifterehepaar besprach die Angelegenheit mit den Verwandten, wandte sich an den Pfarrer, der das Anliegen vom Bischof vortrug. Dieser verwies die Stifter an die noch junge Ordensgemeinschaft in Thuine, wo sie der Ehrwürdigen Oberin Mutter Mauritia ihr Kolonat als Geschenk zum Bau eines Waisenhauses anboten.

Am 22. August 1893 wurde der Grundstein für das St. Marienstift gelegt und am 21. Oktober 1894 wurde das Haus von 20 Schwestern und 80 Kindern bezogen und gleich darauf die Schule eröffnet.